Schlagwort-Archive: Europa

Visualisierung von offenen Daten zu Umwelt und anderen Themen

  • Das globale Informationsnetzwerk EYEonEARTH ist seit Sommer online. Es ist eine Online-Community zum Teilen und Visualisieren von Umweltdaten. Es zeigt eine wachsende Sammlung von Karten, Web Apps und mobilen Apps zu Themen mit Umweltbezug. Besonders interessant ist die Verknüpfung der verschiedenen Technologien. So kann man eine App herunterladen die mittels des mobilen Geräts den Geräuschpegel misst und die Daten zu einer Web-GIS-Anwendung sendet. Die Daten für EYEonEARTH kommen ansonsten u.a. von der Europäischen Umweltbehörde EEA und dem United Nations Environment Programme UNEP. Die Seite entstand aus einer public-private-partnership der EEA zusammen mit Esri und Microsoft. Die Verarbeitung der Daten auf der Seite geschieht daher mit ArcGIS Online.
  • DaViz ist ein Online-Visualisierungs-Portal zur einfachen Visualisierung von Open Linked Data in Form von Grafiken und Karten. Es befindet sich noch in der Beta-Version und basiert auf dem Opensource CMS Plone, das Exhibit und Google Charts API für Visualisierungen von Daten aus z.B. csv/tsv, JSON, SPARQL verwendet. DaViz wurde von der Europäischen Umweltagentur EEA entwickelt. Es stehen auf der DaViz-Webseite als Data repositories die Daten von EEA und EIONET zur Verfügung. Auch Daten von der Weltbank oder Eurostat können dort visualisiert werden wie z.B. die Arbeitslosezahlen in der EU:

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Eingeordnet unter Soziales, Umwelt

Festung Europa

Das Thema der Flüchtlingsproblematik in Europa habe ich schon einmal angeschnitten als ich eine Karte von Philippe Rekacewicz vorgestellt habe. Jetzt ist es wieder aktuell, denn die Festung Europa bröckelt und man ist sich uneins wie man mit den „Eindringlingen“ umgehen soll (siehe dazu: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757590,00.html). Der Datenjournalismus-Spezialist OWNI hat dazu eine gute interaktive Karte veröffentlicht:

http://owni.fr/2011/02/18/app-la-carte-des-morts-aux-frontieres-de-leurope/

Ein interessanter Filmbeitrag zur europäischen Flüchtlingspolitik von Report Mainz:

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Eingeordnet unter humanitär, Politik

Europäischer Staatsschuldenatlas

Auf Grund aktueller Entwicklungen in der Euro-Krise dürfte folgende interaktive Anwendung interessant sein. Die Financial Times Deutschland hat einen interaktiven Staatsschuldenatlas veröffentlicht, der die Verstrickungen von Finanzwirtschaft und Staatshaushalten in Europa veranschaulicht.

Wer sich fragt, was angesichts der sich wiederholenden krisenhaften Entwicklungen in der Wirtschaft so falsch läuft, dem sei die Rede von Heiner Flassbeck (Chef-Volkswirt der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung UNCTAD) vom 20. November 2010 bei den Pleisweiler Gesprächen (organisiert von den Machern der Nachdenkseiten) empfohlen:

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Eingeordnet unter Politik, Wirtschaft

Online-Visualisierung von Sozialindikatoren in Europa

SIMon ist ein Online-Visualisierungstool mit Zugriff auf Zeitreihen mit Daten zu sozialen Indikatoren in Europa. Es wurde entwickelt und bereit gestellt vom Leibniz Institut für Sozialwissenschaften. Die Benutzeroberfläche wurde von Kognito Gestaltung entworfen.

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Eingeordnet unter Programme und Werkzeuge, Soziales

Sind thematische Karten objektiv?

Ich bin kürzlich vom 58. Deutschen Kartographentag in Berlin zurückgekehrt. Ein Höhepunkt der Tagung war der Vortrag des französischen Kartographen Philippe Rekacewicz. Er arbeitet für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und publiziert Karten für die Zeitung Monde Diplomatique. Der Titel seines Vortrags lautete: „Drawing the world: cartography between science, art and manipulation“. Rekacewicz ist wieder dazu übergegangen seine Karten mehr und mehr zu zeichnen – ganz einfach mit Papier und Buntstift. Er befreit sich somit von den Grenzen in der Visualisierung, die ihm ein digitales System setzt. Mit dieser grundlegenden einfachen Visualisierungsmethode kommt Emotion in seine Karten ähnlich wie in ein handgefertigtes Kunstwerk. Daher ist das Werk, wie auch Rekacewicz selbst sagt, in bestimmter Weise subjektiv. Es drückt die Weltanschauung des Kartographen aus, oder wie er ein bestimmtes Thema visualisieren möchte. Die Karte kann somit auch ein Werkzeug zur Manipulation sein. Jedoch basieren seine Karten immer auch auf echten Daten und sind somit auch ein Teil der wissenschaftlichen Welt.

Viele von Rekacewiczs Werken sind im Atlas der Globalisierung zu finden, ein Atlas an dem jeder, der sich für thematische Karte oder weltpolitische Zusammenhänge interessiert viel Freude haben wird. Man kann das Werk bei genauer Betrachtung dafür kritisieren, nicht ganz neutral zu sein. Aber Neutralität war wahrscheinlich nie die Intention. Wie schon gesagt, eine Karte ist nur eine von möglichen Sichtweisen. Wir Kartographen sind verhinderte Emperatoren wir ziehen Grenzen und versetzen Berge wenn uns danach ist ;).

Im Folgenden ist eine Karte von Monde Diplomatique dargestellt, die ich sehr beeindruckend finde. Sie zeigt wie viele Immigranten beim Versuch nach Europa zu gelangen auf verschiedene Art und Weise ums Leben kommen. Die Karte basiert wahrscheinlich auf einer der typischen Skizzen von Rekacewicz, die zum Vergleich darunter abgebildet ist. Sie zeigt womöglich etwas Wut des Autors bei der Erstellung der Karte. Die Schengen-Grenze ist als (blutig) rote Linie eingezeichnet zusammen mit der Anzahl der Menschen, die beim Versuch die Grenze zu überqueren ums Leben kamen. Mehr zum Thema „Festung Europa“ gibt es hier.

Ich habe im Netz noch ein Video eines anderen Vortrags von Philippe Rekacewicz gefunden. Den Vortrag von letzter Woche gibt es leider nicht auf Video:

6(0) ways… – Electric Palm Tree from archis on Vimeo.

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Eingeordnet unter humanitär, Kartographische Prinzipien

Europa in Unordnung

Einiges scheint in Europa nicht in Ordnung zur Zeit. Griechenland steht vor der Pleite und der Euro steht unter Druck wie nie. Aber die Leichen, die man jetzt in den Kellern entdeckt, hat man schon seit langem gerochen. Die Situation ist absolut nicht lustig und eigentlich gehört dazu mal eine Karte gemacht, die visualisiert, was wirklich los ist. Daten dazu gibts reichlich, aber der Tag hat halt leider nur 24h. Aber irgendwann werde ich mal dazu kommen. Das wäre auch eine Möglichkeit dem Ärger Luft zu machen, der in mir aufkommt, wenn ich sehe wie unsere Politiker mit der Zukunft Europas spielen.
Aber fürs erste gibts eine etwas amüsante Karte (ich hoffe der Autor hat es so gemeint ;)), die kürzlich bei The Economist Online erschien. Für die, die dennoch jetzt mehr Hintergründe über die aktuelle Krise und was getan werden sollte haben wollen, sei dieser offene Brief des Blogs nachdenkseiten.de ans Herz gelegt.

Man muss sich den Artikel durchlesen um zu verstehen, was der Autor sich bei der Karte gedacht hat.

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Eingeordnet unter Kurioses, Politik, Wirtschaft

Equal Pay Day

Heute ist Equal Pay Day, ein Aktionstag mit dem Zweck, auf die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen. Die folgende Karte zeigt die Situation in Europa für 2008 weitere Informationen gibt es hier. Dargestellt sind geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle und Beschäftigungsquote der Frauen für 2008. Die Unterschiede in Europa klaffen teils weit auseinander. Ein bestimmtes Muster lässt sich kaum erkennen. Auffallend ist die durchweg hohe Beschäftigungsquote von Frauen in den skandinavischen Ländern. Spitzenreiter der dargestellten Länder ist Norwegen mit 75,4 %. In Island sind es sogar 79,6%, jedoch fehlen hier aktuelle Daten zum Verdienstgefälle. Im krassen Gegensatz dazu steht Malta mit einer Frauenbeschäftigungsquote von unter 40%. Den geringsten Verdienstunterschied zwischen Männer und Frauen gibt es in Italien (4,9%), den höchsten in Estland (30,3%).

Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle ohne Anpassungen bezeichnet den Unterschied zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenverdiensten der männlichen und der weiblichen Beschäftigten in Prozent der durchschnittlichen Brutto-Stundenverdienste der männlichen Beschäftigten. Die Grundgesamtheit umfasst alle Beschäftigten in Unternehmen mit 10 Beschäftigten und mehr (Eurostat).

Die Beschäftigungsquote für Frauen ergibt sich aus dem Dividieren der Anzahl von weiblichen erwerbstätigen Personen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren durch die weibliche Gesamtbevölkerung derselben Altersklasse. Der Indikator bezieht sich auf die EG-Arbeitskräfteerhebung. Sie deckt die in privaten Haushalten lebende Bevölkerung ab, schließt jedoch kollektive Haushalte wie Pensionen, Studentenwohnheime und Krankenhäuser aus (Eurostat).

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Eingeordnet unter Arbeitsmarkt, Soziales