Archiv der Kategorie: Politik

Festung Europa

Das Thema der Flüchtlingsproblematik in Europa habe ich schon einmal angeschnitten als ich eine Karte von Philippe Rekacewicz vorgestellt habe. Jetzt ist es wieder aktuell, denn die Festung Europa bröckelt und man ist sich uneins wie man mit den „Eindringlingen“ umgehen soll (siehe dazu: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757590,00.html). Der Datenjournalismus-Spezialist OWNI hat dazu eine gute interaktive Karte veröffentlicht:

http://owni.fr/2011/02/18/app-la-carte-des-morts-aux-frontieres-de-leurope/

Ein interessanter Filmbeitrag zur europäischen Flüchtlingspolitik von Report Mainz:

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Eingeordnet unter humanitär, Politik

Tracking Malte Spitz – Visualisierung von Vorratsdaten

Der Grünenpolitiker Malte Spitz hat bei der Telekom die Herausgabe von Vorratsdaten eingeklagt, die über sechs Monate gesammelt wurden. OpenDataCity hat aus diesen Daten für die Zeit eine interaktive Anwendung erstellt, die eindrucksvoll zeigt was hinter dem abstrakten Begriff Vorratsdaten eigentlich steckt. Was ohne die Visualisierung kaum vorstellbar ist, wird so eindeutig: Die Vorratsdaten von Malte Spitz dokumentieren sein Leben!

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Eingeordnet unter Politik

Steueroasen – Versuch einer Definition

Die Sendung Mit offenen Karten bei arte nutzt Karten als Mittel zur Veranschaulichung verschiedener Zusammenhänge. Die letzte Sendung befasste sich mit dem Thema Steueroasen. Dabei wird deutlich, dass es gar nicht so leicht ist, festzulegen, was genau eine Steueroase ist. Deshalb findet man wohl auch selten einen Überblick über aktuelle Steueroasen. Dies versucht der Beitrag u.a. darzustellen. Sehenswert!

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Eingeordnet unter Politik, Wirtschaft

Fluglärmkarte BBI – ein gelungenes Beispiel für Datenjournalismus von heute

Die Karte als Medium zur Kommunikation komplexer Sachverhalte wird in den klassischen Medien immer noch unterschätzt. Das scheint sich zunehmend zu ändern, da es immer mehr frei verfügbare Daten gibt und geben wird, die von Infografikern genutzt werden. Was die Printmedien angeht fand die Pionierarbeit hierzu im englischsprachigen Raum statt. Zu erwähnen ist dabei die Arbeit von Erin Aigner für die NY Times. Ein Beispiel ihrer Arbeit findet sich hier. Für Deutschland fällt mir zuerst die Deutschlandkarte der Zeit ein. Eine Sammlung der Karten gibt es auch als Buch:

Die TAZ hat kürzlich in ihrer Onlineausgabe eine interaktive Anwendung zur Fluglärm Situation um den neuen Berliner Flughafen BBI veröffentlicht. Ein Making-Off dieser sehr gelungenen Anwendung kann man bei datenjournalist.de nachlesen.

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Europäischer Staatsschuldenatlas

Auf Grund aktueller Entwicklungen in der Euro-Krise dürfte folgende interaktive Anwendung interessant sein. Die Financial Times Deutschland hat einen interaktiven Staatsschuldenatlas veröffentlicht, der die Verstrickungen von Finanzwirtschaft und Staatshaushalten in Europa veranschaulicht.

Wer sich fragt, was angesichts der sich wiederholenden krisenhaften Entwicklungen in der Wirtschaft so falsch läuft, dem sei die Rede von Heiner Flassbeck (Chef-Volkswirt der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung UNCTAD) vom 20. November 2010 bei den Pleisweiler Gesprächen (organisiert von den Machern der Nachdenkseiten) empfohlen:

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Visualisierung der Parteispenden in Deutschland

Eine interessante interaktive Infographik von Gregor Aisch zu den Parteispenden in Deutschland findet sich auf dem blog vis4.net.

Diese Grafik veranschaulicht möglicherweise wichtige Zusammenhänge, da der Einfluss des Lobbyismus auf die deutsche Politik in jüngerer Vergangenheit immer offensichtlicher wurde. Mehr Transparenz in diese Sache würde gut tun, vorallem wenn man bedenkt, dass Deutschland eines der wenigen Länder der Welt ist, die das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption noch nicht ratifiziert haben. Der Grund dafür ist laut wikipedia mit Verweis auf Transparency International der folgende:

Deutschland hat die UNCAC am 9. Dezember 2003 unterzeichnet, sie bislang aber noch nicht ratifiziert. Nach der Konvention muss zudem künftig nach der Rechtsauffassung von Transparency International auch das verwerfliche Beeinflussen eines Abgeordneten auch bei der sonstigen Wahrnehmung seines Mandats bei der Strafvorschrift des Paragrafen 108e StGB (Abgeordnetenbestechung) erfasst werden[1].

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Volkentscheid zur Schulreform – Klassenkampf in Hamburg?

Der Volksentscheid in Hamburg offenbart ein paar interessante Zusammenhänge. Es ging darum um eine Schulreform, die von der schwarz-grünen Koalition dort angestoßen wurde. Ziel war es, dass Schüler bis zur 6. Klasse gemeinsam lernen und dann danach auf das Gymnasium oder die Stadtteilschule gehen. Eine etwas undurchsichtige Elterninitiative um Frontmann Walter Scheuerl mit dem Namen „Wir wollen lernen“ hatte sich zum Ziel gesetzt die Reform auf jeden Fall zu verhindern. Letztendlich ist das auch gelungen. Eine Mehrheit stimmte am vergangenen Sonntag gegen die Reform. Dabei war die Reform von der Idee nicht schlecht, denn die Auslese der Schüler nach der 4. Klasse wird häufig als eine soziale Auslese gesehen. Tatsächlich besuchen Kinder aus der Oberschicht tatsächlich deutlich häufiger das Gymnasium als Kinder aus Arbeiterfamilien. Es scheint als ist es der Initiative „Wir wollen lernen“ gelungen mit einer teuren PR-Kampagne die Meinung zu ihren gunsten zu beeinflussen. Wie weit das tatsächlich der Fall war wird Spekulation bleiben. Die Tatsache, dass sie ihre Spendenquellen im dunklen hält, wirft aber die Frage nach dem Sinn solcher basisdemokratischen Abstimmungen auf, wenn es gesellschaftliche Gruppen gibt, deren Macht im Gegensatz zu anderen kampagnenfähig ist, und die somit gezielt Einfluss auf die Meinungsbildung nehmen können. Schon reden die ersten vom Klassenkampf und unterstellen der Elterninitiative eine elitäre Abgrenzungsstrategie gegenüber der Unterschicht zu verfolgen. So ein Verdacht mag schnell aufkommen wenn man an die Rhetorik und Politik mancher Vertreter der Oberschicht oder der Regierung denkt (Kristina Schröder, Sarazzin). Andererseits zeigt diese Abstimmung die ganze Absurdität des deutschen Bildungssystems bei dem jedes Bundesland eigens das Schulsystem ändern kann. Manch einer der mit Nein gestimmt hat, hatte vielleicht einfach keine Lust, dass ich seine Kinder bei einem Umzug von Barmbek nach Buxtehude an ein neues Schulsystem gewöhnen müssen.

Auffallend ist auch, dass sich die Unterschicht und wirtschaftlich schwächer gestellte Haushalte mit Kindern, denen die Reform eigentlich zu Gute kommen sollte,  kaum an der Abstimmung beteiligt haben, was folgende Karten zeigen. Man kann auch sagen, dass Stadtteile mit hohem Durchschnittseinkommen eine höhere Wahlbeteiligung hatten. Auffallend ist die starke räumlich Segregation unterschiedlicher Einkommen in Hamburg: Das Durchschnittseinkommen je Steuerpflichtiger in Hamburg-Veddel beträgt nur 17.000 €. Im krassen Gegensatz dazu stehen astronomische 150.000 € in Nienstedten. Interessant ist auch, dass sich die Anzahl der Schüler im Stadtteil anscheinend nicht auf die Wahlbeteiligung ausgewirkt hat.

Die Karten stammen vom Statistikamt Nord.

Wahlbeteiligung beim Volksentscheid in den Hamburger Stadtteilen

Wahlbeteiligung beim Volksentscheid in den Hamburger Stadtteilen

Durchschnittseinkommen je Steuerpflichtige in den Hamburger Stadtteilen

Durchschnittseinkommen je Steuerpflichtige in den Hamburger Stadtteilen

Anteil Leistungsempfänger nach SGBII in den Hamburger Stadtteilen

Anzahl Schüler in den Hamburger Stadtteilen

Anzahl Schüler in den Hamburger Stadtteilen

ein weiterer Vergleich hier

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