Archiv der Kategorie: humanitär

Kartographie von Emotionen

Die Darstellung menschlicher Emotionen auf Karten und das Betrachten der emotionalen Beziehung zwischen Mensch und Raum ist eine relativ neue Komponente der Kartographie. Einfache statische thematische Karten dazu sah man schon vor einer Weile. Ein bekanntes Beispiel ist die „Map of World Happiness“ von White (2007). Die kartographische Umsetzung lässt hier etwas zu wünschen übrig: Zu graue Gebieten gibt es anscheinend kein Daten – dieser Wert sollte auch in die Legende. Das schwarz für größere Binnengewässer verwirrt.

Map of World Happiness

Web-Scraping-Technologie und mobile Anwendungen habe neue Möglichkeiten geschaffen Emotionen dynamisch zu erfassen und darzustellen. Die World Emotion Global Trend website von Maurice Benayoun analysiert verschiedene Live-Online-Quellen und stellt 64 Emotionen zu mehr als 3000 Orten auf der Welt dar.

https://www.youtube.com/watch?v=F-D80BdrSo0

Einen ähnlichen Ansatz zeigt der Global Twitter Hearbeat – Tweetbeat. Twitter nachrichten werden auf Emotionen hin analysiert und eine Heatmap wird aus den Daten erstellt. Unten ist die Heatmap zu Hurrican Sandy dargestellt:

SGI Global Twitter Heatbeat

SGI Global Twitter Heatbeat

Mobile Technologie wird auch vom Forschungsprojekt EmoMap der TU Wien genutzt. Man hat hier eine App speziell für die Erfassung der emotionalen Raumwahrnehmung entwickelt:

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Festung Europa

Das Thema der Flüchtlingsproblematik in Europa habe ich schon einmal angeschnitten als ich eine Karte von Philippe Rekacewicz vorgestellt habe. Jetzt ist es wieder aktuell, denn die Festung Europa bröckelt und man ist sich uneins wie man mit den „Eindringlingen“ umgehen soll (siehe dazu: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757590,00.html). Der Datenjournalismus-Spezialist OWNI hat dazu eine gute interaktive Karte veröffentlicht:

http://owni.fr/2011/02/18/app-la-carte-des-morts-aux-frontieres-de-leurope/

Ein interessanter Filmbeitrag zur europäischen Flüchtlingspolitik von Report Mainz:

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Kinderarbeit und moderne Sklaverei

ProductsOfSlavery zeigt eine interaktive Karte, die die Herkunftsregionen von Produkten zeigt, die mittels Kinderarbeit oder Zwangsarbeit hergestellt wurden. Klickt man auf ein Land bekommt man eine Übersicht über die betreffenden Produkte. Außerdem kann man zu einem bestimmten Produkt die Länder sehen, in denen das betreffende Produkt unter Zwangsarbeit oder von Kindern hergestellt wird.

 

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Amerikanischer Human Development Index interaktiv

Die Seite measureofamerica.org bietet eine interaktive Karte die Unterschiede nach Geschlecht, ethnischen Gruppen oder geographischen Gebieten im Human Development Index innerhalb der USA anzeigt. Es handelt sich dabei um einen modifizierten amerikanischen Human Development Index, was einen vergleich mit dem HDI der Vereinten Nationen schwierig macht. Die interaktive Karte ist sehr gelungen.

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Sind thematische Karten objektiv?

Ich bin kürzlich vom 58. Deutschen Kartographentag in Berlin zurückgekehrt. Ein Höhepunkt der Tagung war der Vortrag des französischen Kartographen Philippe Rekacewicz. Er arbeitet für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und publiziert Karten für die Zeitung Monde Diplomatique. Der Titel seines Vortrags lautete: „Drawing the world: cartography between science, art and manipulation“. Rekacewicz ist wieder dazu übergegangen seine Karten mehr und mehr zu zeichnen – ganz einfach mit Papier und Buntstift. Er befreit sich somit von den Grenzen in der Visualisierung, die ihm ein digitales System setzt. Mit dieser grundlegenden einfachen Visualisierungsmethode kommt Emotion in seine Karten ähnlich wie in ein handgefertigtes Kunstwerk. Daher ist das Werk, wie auch Rekacewicz selbst sagt, in bestimmter Weise subjektiv. Es drückt die Weltanschauung des Kartographen aus, oder wie er ein bestimmtes Thema visualisieren möchte. Die Karte kann somit auch ein Werkzeug zur Manipulation sein. Jedoch basieren seine Karten immer auch auf echten Daten und sind somit auch ein Teil der wissenschaftlichen Welt.

Viele von Rekacewiczs Werken sind im Atlas der Globalisierung zu finden, ein Atlas an dem jeder, der sich für thematische Karte oder weltpolitische Zusammenhänge interessiert viel Freude haben wird. Man kann das Werk bei genauer Betrachtung dafür kritisieren, nicht ganz neutral zu sein. Aber Neutralität war wahrscheinlich nie die Intention. Wie schon gesagt, eine Karte ist nur eine von möglichen Sichtweisen. Wir Kartographen sind verhinderte Emperatoren wir ziehen Grenzen und versetzen Berge wenn uns danach ist ;).

Im Folgenden ist eine Karte von Monde Diplomatique dargestellt, die ich sehr beeindruckend finde. Sie zeigt wie viele Immigranten beim Versuch nach Europa zu gelangen auf verschiedene Art und Weise ums Leben kommen. Die Karte basiert wahrscheinlich auf einer der typischen Skizzen von Rekacewicz, die zum Vergleich darunter abgebildet ist. Sie zeigt womöglich etwas Wut des Autors bei der Erstellung der Karte. Die Schengen-Grenze ist als (blutig) rote Linie eingezeichnet zusammen mit der Anzahl der Menschen, die beim Versuch die Grenze zu überqueren ums Leben kamen. Mehr zum Thema „Festung Europa“ gibt es hier.

Ich habe im Netz noch ein Video eines anderen Vortrags von Philippe Rekacewicz gefunden. Den Vortrag von letzter Woche gibt es leider nicht auf Video:

6(0) ways… – Electric Palm Tree from archis on Vimeo.

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Interaktive Karten und Infografiken – Zukunft des Interface-Design

Dieses interessante Video zeigt wie zukünftig Interfaces im Katastrophenmanagement aussehen können. Ich mag das Design und die Interaktivität der Grafiken und Karten. Sie machen einen durchdachten Eindruck und scheinen gleichzeitig sehr intuitiv zu sein.

Die Arbeiten in dem Video stammen von http://precisioninformation.org/.

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OpenStreetMap Gemeinde hilft bei der Kartierung in Haiti

Seitdem hochauflösende Satellitenbilder verfügbar sind, ist es möglich Rettungs- und Hilforganisationen bei großen Katastrophen mit Satellitenbildkarten, die anhand aktueller Aufnahmen erstellt werden, zu unterstützen. Meist werden diese Karten von speziellen Institutionen erstellt, die zum Teil unter der internationalen Charter „Space and Major Disasters“ organisiert sind. In Deutschland werden solche Krisenkarten am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen erstellt.

Bei der Erdbebenkatastrophe in Haiti hat nun auch die OpenStreetMap Gemeinde einen Beitrag zur Kartierung der aktuellen Lage geleistet. Die Arbeit ist in der Tat beeindruckend. Eine besondere Darstellung von OpenStreetMap für Haiti findet sich hier:

http://haiti.openstreetmap.nl.

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